Am vergangenen Montag war ich zu Gast in der Gesprächsreihe „Verzäll us em Tütche“ im Bonner Contra-Kreis-Theater. Es ging um ein Thema, das im Rheinland fast so ernst genommen wird wie die Frage nach dem richtigen Karnevalsruf, nämlich das Bützen.
Zwischen Ex-Tollitäten, rheinischer Lebensfreude und viel Humor durfte ich die virologische Einordnung liefern. Mein Fazit fällt beruhigend aus. Für einen gesunden Menschen ist ein Bützje in aller Regel keine Gefahr. Der Körper ist auf Begegnung vorbereitet. Nicht alles, was dabei ausgetauscht wird, ist gleich bedenklich. Manches ist schlicht harmlos, manches gehört zum Leben, und manches nennt man im Rheinland wahrscheinlich einfach Brauchtumspflege.
Natürlich wurde auch gefragt, ob im Bundestag gebützt werde. Ich habe wahrheitsgemäß eingeräumt, dass auch das vorkommt. In Ausnahmefällen selbstverständlich! Man muss ja auch in Berlin nicht jede rheinische Kulturtechnik vollständig verlernen.
Solche Abende zeigen, was den Bonner Karneval ausmacht. Er verbindet Menschen, nimmt sich selbst nicht zu ernst und schafft Nähe, ohne gleich ein Grundsatzpapier daraus zu machen. Das ist ansteckend, aber im besten Sinne.
In diesem Sinne, Bonn Alaaf!

