Das Suchtpotential sozialer Medien

Wann haben Sie zuletzt nur kurz auf Ihr Handy schauen wollen – und waren plötzlich zwanzig Minuten später immer noch am Scrollen? Mir geht es manchmal genauso. Ein kurzer Blick auf eine Nachricht, ein Video, noch ein Beitrag. Ehe man sich versieht, ist deutlich mehr Zeit vergangen als geplant.

Gestern habe ich beim Jugendforum der Bürgerstiftung Bad Godesberg-Rheinviertel mit rund 250 Schülerinnen und Schülern aus drei Schulen über dieses Thema diskutiert: Social Media und die Mechanismen, die unsere Aufmerksamkeit fesseln.

Ich halte wenig von pauschalen Verboten. Smartphones und soziale Medien gehören heute selbstverständlich zum Alltag. Sie verbinden Menschen, vermitteln Wissen und schaffen Gemeinschaft. Aber wir dürfen auch nicht ignorieren, dass hinter vielen Plattformen Algorithmen stehen, die allein darauf ausgelegt sind, unsere Aufmerksamkeit möglichst lange zu binden.

Gerade junge Menschen brauchen deshalb einen besseren Schutz in der virtuellen Welt. Deshalb setze ich mich dafür ein, dass Anbieter stärker in die Verantwortung genommen werden – mit sicheren Voreinstellungen, wirksamen Altersprüfungen und digitalen Angeboten, die von Anfang an auf den Schutz junger Nutzerinnen und Nutzer ausgelegt sind. Unsere Aufmerksamkeit ist zu kostbar, um sie undurchsichtigen und manipulierenden Algorithmen zu überlassen.