Forschung gegen Sucht

Die zunehmende Verbreitung von Kokain und Crack stellt uns medizinisch vor ein wachsendes Problem. Während bei einer Heroinabhängigkeit wirksame Substitutionsbehandlungen zur Verfügung stehen, gibt es für die Abhängigkeit von Kokain und Crack bis heute keine zugelassene medikamentöse Standardtherapie.

Genau deshalb habe ich Bundesforschungsministerin Dorothee Bär getroffen. Wir wollen die Forschung gezielt voranbringen, damit endlich ein Medikament entwickelt wird, das den extremen Suchtdruck mindern und den Betroffenen einen stabilen Weg in die Behandlung eröffnen kann.

Deutschland und Frankreich haben dazu eine gemeinsame europäische Initiative gestartet. Sie bringt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, europäische Staaten sowie die Europäische Kommission, die Weltgesundheitsorganisation, die Europäische Drogenagentur und die Europäische Arzneimittel-Agentur zusammen. Bestehende Forschungsprojekte sollen gebündelt, gemeinsame Prioritäten festgelegt und klinische Studien besser koordiniert werden. So wollen wir schneller zu wirksamen medikamentösen Behandlungen kommen und die Ergebnisse rascher in die Versorgung bringen.

Denn Prävention und Strafverfolgung allein holen keinen Menschen aus einer schweren Crackabhängigkeit. Wir brauchen eine medizinische Antwort auf den enormen Suchtdruck. Genau diese Lücke wollen wir gemeinsam mit Frankreich und unseren europäischen Partnern schließen.