Razzia gegen illegale Vapes

Als Drogenbeauftragter will ich nicht nur über Drogenhandel und -strukturen sprechen. Ich will sehen, wie sie funktionieren, wer daran verdient und wo der Staat härter eingreifen muss.

Deshalb habe ich am Freitag gemeinsam mit Zoll und Polizei Kontrollen in Berliner Kiosken und Spätis begleitet. Mit schusssicherer Weste. Denn hinter dem Handel mit illegalen Vapes stehen nicht nur einzelne Händler. Es geht um Schmuggel, Steuerkriminalität, Clanstrukturen und organisierte Kriminalität.

Das macht diesen Markt gefährlich. Illegale Vapes und Nikotinbeutel werden an regulären Kontrollen vorbei eingeführt und verkauft. Niemand kann sich darauf verlassen, dass die angegebenen Inhaltsstoffe stimmen oder Grenzwerte eingehalten werden. Gleichzeitig sprechen süße Aromenund auffällige Verpackungen gezielt junge Menschen an. Wo illegale Ware verkauft wird, wird auch der Jugendschutz umgangen. Zu dem haben wir illegale Waffen und Bunkerfahrzeuge gefunden, sowie Vapes mit hochkonzentriertem Cannabis.

Als Arzt sehe ich das Gesundheitsrisiko. Als Wissenschaftler interessiert mich, was tatsächlich in diesen Produkten steckt. Als Drogenbeauftragter ist meine Aufgabe aber vor allem, daraus Konsequenzen zu ziehen.

Bei dem Einsatz wurden große Mengen illegaler Vapes beschlagnahmt. Damit verschwindet nicht nur gesundheitlich bedenkliche Ware aus den Regalen. Es werden Einnahmen abgeschnitten, von denen kriminelle Netzwerke profitieren können. Genau dort müssen wir ansetzen.

Wer Clan- und organisierte Kriminalität bekämpfen will, darf nicht erst bei Drogenlaboren oder großen Schmuggeltransporten hinschauen. Auch der Verkauf illegaler Nikotinprodukte ist Teil dieses Marktes. Kontrollen, Beschlagnahmen und die konsequente Verfolgung der Lieferketten sind deshalb Gesundheits-, Jugend- und Sicherheitsschutz zugleich.