halten Sie in den kommenden Wochen einmal an den Bushaltestellen in ganz Deutschland Ausschau: Unter dem Motto „Schreiben statt Schweigen“ machen bundesweit 5.000 Plakate auf „Hilfen im Netz“ aufmerksam. Gemeinsam mit Bundesfamilienministerin Karin Prien und der Wall AG haben wir diese Kampagne gestartet, damit Kinder und Jugendliche aus sucht- oder psychisch belasteten Familien erfahren, wo sie anonym und kostenlos Hilfe finden können.
Rund 3,8 Millionen Kinder und Jugendliche in Deutschland wachsen mit einem suchtkranken oder psychisch erkrankten Elternteil auf. Viele übernehmen schon früh Verantwortung, kümmern sich um jüngere Geschwister oder versuchen, den Alltag der Familie zusammenzuhalten.
Was von außen häufig niemand bemerkt, kann tiefe Spuren hinterlassen. Diese Kinder tragen Sorgen, über die sie kaum sprechen können, und haben ein deutlich erhöhtes Risiko, später selbst psychisch oder suchtkrank zu werden.
Wirksame Suchtprävention beginnt deshalb früh. Sie beginnt in dem Moment, in dem ein Kind erstmals über das sprechen kann, was zu Hause geschieht. Dafür braucht es Ansprechpartner, die vertraulich zuhören, und Angebote, die ohne große Hürden erreichbar sind.
Genau das leistet „Hilfen im Netz“. Die Plattform bietet Kindern und Jugendlichen anonyme und kostenlose Beratung per Chat oder Telefon und vermittelt passende Hilfsangebote in ihrer Nähe. Ich freue mich sehr, dass das Bundesfamilienministerium das Projekt für weitere drei Jahrefördern wird.
Die Plakatkampagne bringt dieses Angebot nun dorthin, wo junge Menschen jeden Tag unterwegs sind: an Bushaltestellen, Bahnhöfe und zentrale Plätze. Denn Hilfe wirkt nur, wenn diejenigen, die sie brauchen, auch von ihr erfahren.

