In Gedenken an Rita Süssmuth

Meine erste Begegnung mit Rita Süssmuth ist mir bis heute in Erinnerung, denn sie war die erste Politikerin, der ich bewusst persönlich begegnet bin. Das war während meiner Schulzeit, in der 7. Klasse am Theodor-Heuss-Gymnasium in Göttingen, in ihrem damaligen Wahlkreis. 

Viele Jahre kreuzten sich unsere Wege immer wieder erneut. Als Ehrenvorsitzende der Deutschen AIDS-Stiftung war sie für mich als Kuratoriumsvorsitzender eine wichtige Gesprächspartnerin. Der regelmäßige Austausch mit ihr war geprägt von Empathie und einer tiefen Überzeugung, dass Politik immer dem Menschen dienen muss.

Als damalige Bundesgesundheitsministerin rief sie 1987 die Nationale AIDS-Stiftung ins Leben. Es ist ihr Verdienst, dass sich in Deutschland eine liberale, aufgeklärte und erfolgreiche Aids-Politik durchsetzen konnte. „Wir bekämpfen HIV und Aids, nicht die infizierten Menschen.“ – das waren ihre Worte aus den Anfangsjahren der Aids-Arbeit, die bis heute gelten.

Rita Süssmuth war eine unermüdliche Kämpferin. Ihre Stimme wird uns fehlen.